Anfrage zum Kreistag am 31.03.2022: Hochwasserschutz an der Erft

Sehr geehrter Herr Landrat,

im Regierungsbezirk Düsseldorf wird gerade die Ordnungsbehördliche Verordnung zur Festsetzung des Überschwemmungsgebietes der Erft aktualisiert. Damit möchte die Bezirksregierung dem Hochwasser 2021 Rechnung tragen. Gleichzeitig arbeitet der Erftverband an einer Anpassung des Hochwasserschutzes für die obere und mittlere Erft (vgl. https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/hochwasser-rhein-erft-rueckhaltebecken-erftverband-100.html). Aktuell liegen Berichte vor, dass beide Polregionen mit ungewöhnlich hohen Temperaturen belastet sind. Es steht zu befürchten, dass wir uns bereits in einem Stadium höherer Klimainstabilität befinden und damit die bisherigen statistisch als selten anzusehenden Wetterereignisse wesentlich häufiger drohen. In diesem Zusammenhang bitten wir um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Ist ein vergleichbarer Prozess zur Festsetzung von Überschwemmungsgebieten bei der Bezirksregierung Köln im Gange? In welchem Stadium befindet sich dieser und inwiefern bringt sich die Kreisverwaltung ein?
  2. Welche Überlegungen für Schutzmaßnahmen der Trinkwassergewinnung am Standort Dirmerzheim werden momentan verfolgt?
  3. In welchem Sicherungszustand befindet sich die Erft im Bereich Erftstadt, insbesondere bei Blessem?
  4. Wann ist damit zu rechnen, dass die Erft-Renaturierung bei Gymnich durch den Erftverband abgeschlossen ist? Welches Wasser-Aufnahmevermögen soll der dann renaturierte Erftabschnitt im Vergleich zum heute dort genutzten, stark begradigten Erftbett („Erft-Flutkanal“) haben?
  5. Gibt es konkrete Pläne des Rhein-Erft-Kreises, das Wasserrückhalte- und Wasseraufnahmevermögen der Flüsse (z.B. Erft, Rotbach, Neffelbach) zu steigern, um zukünftige Flut-Spitzen zu mildern?
  6. Laut WDR sollen bis Ende des Jahres 50 Standorte an der Erft für weitere Hochwasserschutzmaßnahmen untersucht worden sein. Im Anschluss sei mit „langwierigen Genehmigungsverfahren“ zu rechnen. Kann die Kreisverwaltung hier auf eine Verfahrensbeschleunigung hinwirken? Inwiefern ist der Kreis an diesem Verfahren beteiligt?

Mit freundlichen Grüßen

Dierk Timm, Fraktionsvorsitzender