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Komplettes Versagen mit Ansage

Infektions- und Quarantänezahlen an Schulen und Kindergärten explodieren und sind nun aufgrund der völlig unzureichenden Testkapazitäten auch nicht mehr transparent nachvollziehbar. Diese sei Systemzusammenbruch mit Ansage, finden die SPD-Landtagskandidaten Halil Odabasi, (WK7), Daniel Dobbelstein (WK6) und Bernd Coumanns (WK5), die alle selbst schulpflichtige Kinder haben:

„Am Dienstag wurden die Eltern über Umwege informiert, dass bei positiven Pooltests keine Einzelauswertung mehr vorgenommen wird. Erst letzte Woche haben wir darauf hingewiesen, dass für eine PCR-Teststrategie seitens der Landesregierung auch ausreichende Testkapazitäten vorgehalten werden müssten. Darum hat sich die Landesregierung offensichtlich nicht gekümmert. Damit hat sich Ministerin Gebauers „sicheres Konzept“ bereits nach zwei Wochen Praxis komplett erledigt.

Ab sofort muss nach positiven Pooltests versucht werden, mit Schnelltests die infizierten Kinder zu identifizieren und diese dann noch in der Schule auszusondern. Dies dürfte zu vielen unangenehmen Situationen gerade für junge Kinder führen. Es ist klar, dass hier sehr viele infizierte Kinder nicht erkannt werden. Damit werden Schulen, wie leider auch die Kindergärten, weiter der Motor des Pandemiegeschehens bleiben.

Wenn es der Landesregierung nicht kurzfristig gelingt, ausreichend Testkapazitäten zu organisieren, muss sie sofort klären, wie es an den Schulen weitergehen soll. Bei Inzidenzen weit über 1000 in den entsprechenden Altersklassen ist „Augen zu und durch“ als einzige Devise eine erneute Bankrotterklärung. Dringend klargestellt werden muss auch, wie es mit Prüfungen und Versetzung in dieser Ausnahmesituation aussieht.“

Die Sozialdemokraten betonen, dass diese Entwicklung absehbar gewesen ist. Nach zwei Jahren Pandemie präsentiere sich das Tandem Wüst und Gebauer weiter amateurhaft.

„Anstatt sich um ausreichende Testkapazitäten zu kümmern, versucht die Landesregierung mit Hinweisen auf den Bund und die Kultusministerkonferenz abzulenken. Verantwortung für die Zustände und das Chaos bei der Teststrategie in den Bildungseinrichtungen Nordrhein-Westfalens tragen aber Ministerpräsident Wüst und Ministerin Gebauer.

In zwei Jahren Pandemie hat diese Landesregierung es nicht geschafft, auch nur die kleinste Anpassung im Sinne der Schülerinnen und Schüler und der Beschäftigten umzusetzen. Die einzige neue „Maßnahme“ war, nun weniger sensible Selbsttests für die weiterführenden Schulen zu verwenden. Damit sollen nun auch Grundschüler*innen aus positiven Pools zu Schulbeginn getestet werden. Das ist absurd.

Nun rächt sich, dass seit anderthalb Jahren alle Vorschläge für angepasste Lernkonzepte, die auch seitens der SPD-Landtagsfraktion reichlich gemacht wurden, ignoriert worden sind. Ohne Luftfilter, dafür aber mit immer noch überwiegend unzureichenden Konzepten um teilweise qualitativ gutes Lernen auf Distanz zu ermöglichen, müssen Schülerinnen und Schüler nun schauen, wie sie bei unangepasster Prüfungsdichte irgendwie durchkommen. Hier fehlt es grundsätzlich an Verständnis für die Schülerinnen und Schüler.“

 

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