Bagger im Tagebau Hambach
Bild: hochhausen

Gutachten bringt Klarheit für zukünftige Gestaltungsmöglichkeiten

Im Planungsausschuss der Stadt Kerpen wurde ein richtungsweisendes unabhängiges Gutachten zu dem weiteren Verlauf des Tagebaus Hambach vorgestellt. Dabei ging es vor allem um die Notwendigkeit weiterer Abgrabungen in der sogenannten Manheimer Bucht.

Das Gutachten zur Tagebauplanung Hambach hat die Annahmen des bergbautreibenden Unternehmens als nachvollziehbar und plausibel bestätigt. Die Inanspruchnahme der Manheimer Bucht, um unter anderem die steile „Elsdorf Böschung“ im Tagebau Hambach abzuflachen, hält das Gutachten für begründet.

Der Kerpener SPD-Landtagskandidat Daniel Dobbelstein dazu: „Die von der SPD-Kerpen geforderte Überprüfung der Planungen zum Tagebau Hambach schaffen nun Klarheit. Leider sind die Abgrabungen in der Manheimer Bucht notwendig. Ohne sie lässt sich die Elsdorfer Seite des zukünftigen Restsees nicht ordentlich sichern und es würden unkalkulierbare Ewigkeitskosten drohen. Im Rahmen meiner Arbeit als Aufsichtsratsmitglied der Neuland GmbH wurde diese Möglichkeit frühzeitig in den Blick genommen. Deshalb können wir nun zeitnah über sinnvolle Varianten bei der Gestaltung der Manheimer Bucht sprechen. Mir ist wichtig, dass mit dem vorliegenden Gutachten konstruktiv und unideologisch umgegangen wird.“

Bernd Coumanns, SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis 5 zu dem auch Elsdorf gehört, ergänzt: „Vor allem für die Menschen in Elsdorf ist das Gutachten eine gute Nachricht. Die Abflachung der Böschungskante im Tagebau Hambach bei Elsdorf ist ein Muss, allein schon für die dauerhafte Standsicherheit. Auch die weitere Stadtentwicklung von Elsdorf in Richtung des künftigen Restsees ist nur mit einer abgeflachten Böschung machbar. Das Seequartier bzw. die Seeterrassen, die dort entstehen sollen, sind ein wichtiger Beitrag für den Strukturwandel in Elsdorf.“

Die Sozialdemokraten begrüßen die gute Qualität der durch den Geschäftsführer der Neuland GmbH, Boris Linden, vorgelegten Alternativen der Gestaltung: „Jetzt gilt es die in den vorgelegten Varianten dargestellten Flächenrückgewinne für Elsdorf gut zu gestalten. Auch für Kerpen verbleiben mehr Landflächen, als befürchtet. Neben dem Erhalt des Hambacher Forstes wäre eine substantiellere Grünvernetzung sehr erstrebenswert. Hoffentlich finden sich hier noch Möglichkeiten.“

Dobbelstein und Coumanns setzen sich auch weiter dafür ein, rund um Manheimer Kirche und Hambacher Forst einen Ort der Erinnerungskultur zu schaffen und setzen sich dafür ein, dass hier ein Braunkohlebagger nach Beendigung der Tagebaue verbleibt.

Das Gutachten und weitere Unterlagen können im Sitzungsdienst des Braunkohlenausschuss (Top 03a und Folgende) angesehen und heruntergeladen werden.

 

Mehr zu diesen Themen:

„NRW ist Schlusslicht beim Strukturwandel – das ist die Bilanz der Landesregierung.“