Die SPD-Fraktion fordert eine Coronastrategie

Der Umgang mit der Pandemie muss jetzt in eine neue Phase eintreten. Ich bin froh, dass der Rhein-Erft-Kreis auf unseren Antrag hin in kritischen Bereichen eine neue Überwachungsstrategie entwickeln wird.“ So lautet das Fazit der Gesundheitsexpertin der Kreistagsfraktion der Rhein-Erft SPD, Iris Heinisch, nach dem letzten Gesundheitsausschuss.

Iris Heinisch
Iris Heinisch, stv. Landrätin

Die SPD-Fraktion hatte einen umfangreichen Antrag vorgelegt mit dem Ziel, die Entspannung bei den Infektionszahlen im Kreis dafür zu nutzen, in besonders gefährdeten Bereichen Überwachungsstrategien einzuführen, um das Aufkommen einer zweiten Erkrankungswelle möglichst frühzeitig erkennen und bekämpfen zu können.

„Der Kreis wird nun ein Konzept zur engmaschigen Überwachung des Gesundheits- und Pflegebereichs entwickeln. Gerade in der Pflege haben Covid19-Ausbrüche verheerende Folgen und hier wurde bisher ein immenser Aufwand getrieben, um Pflegebedürftige und Personal zu schützen. Gut, dass diese Maßnahmen nun weiterentwickelt werden. Wichtig ist uns auch der Erhalt der vorhandenen Testkapazitäten für den Fall der Fälle,“ betont der Landratskandidat und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dierk Timm.

Dierk Timm, Fraktionsvorsitzender

Weniger zufrieden sind die Sozialdemokrat*innen damit, wie mit der Frage der Überwachung von Schulen und Kitas und größeren Betrieben umgegangen werden soll. „Ob Logistiker oder Schlachtbetrieb, die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass Betriebe, in denen notwendigerweise viele Menschen eng zusammenarbeiten, ein Risiko darstellen,“ erläutert Heinisch.

Schulen und Kitas werden nun bis auf weiteres unter „besondere Beobachtung gestellt“, ohne das konkrete Maßnahmen beschlossen wurden. Timm: „Ich kann verstehen, dass Untersuchungen an Schulen und Kitas besonderen Aufwand erfordern, schon durch die teilweise notwendige Anwesenheit von Kinderärzten. Hier sagt der Kreis, dass könne er nicht ohne weiteres leisten. Aber das darf doch nicht dazu führen, dass nichts getan wird. Hier sind Bund und Land in der Pflicht dafür zu sorgen, dass auch Gesundheitsämter in Kreisen wie dem Rhein-Erft-Kreis in die Lage versetzt werden, in diesen Bereichen aktiv zu sein.“

Aktuelle internationale Daten zeigten, dass Schulen rasch zu Infektionsherden werden. In Deutschland sprechen sich deshalb viele Experten und Gesundheitspolitiker dafür aus, Schulen und Kitas zwar nach den Ferien zu öffnen, aber diese dann gut zu überwachen. Timm: „Es ist auch sehr deutlich, dass die Landesregierung frühzeitig klare Konzepte vorlegen muss, wie an den Schulen verfahren werden soll. Einfach die Schulen zu öffnen und dann die Daumen zu drücken und die Verantwortung nach unten abzuwälzen, kann nicht die Lösung sein.“

Abschließend stellen Heinisch und Timm fest: „Die personellen Möglichkeiten einer städtischen Gesundheitsbehörde scheinen deutlich besser zu sein, als in einem Kreis wie unserem. Das darf nicht sein. Hier sind Land und Bund in der Pflicht, entsprechende Kapazitäten aufzubauen. Auch beim Thema Anzahl der vorgenommenen Testungen muss Transparenz herrschen, damit die Bürger*innen die Infektionszahlen einordnen können. Wir erwarten, dass sich auch der Kreis hierfür stark macht.“

Quelle:  https://www.ft.com/content/224fa625-657c-4ffb-a6a0-a40e04d685b9

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