Ultranet: „Irritierende Untätigkeit der Landesregierung“

Die Antwort der Landesregierung auf eine von uns initiierte Kleine Anfrage zu den Ultranetleitungen macht wenig Hoffnung auf Unterstützung für die betroffenen Anwohner.

Blick aus einem Garten zur driekt daneben verlaufenden Ultranetleitung durch das Netz eines Trampolins
Unmittelbar neben den Gärten der Anwohner verläuft die geplante Ultranetleitung. Bild: hochhausen

Mit einer Kleinen Anfrage durch den Landtagsabgeordneten Jochen Ott wollten die Sozialdemokraten im Rhein-Erft-Kreis in Erfahrung bringen, wie und ob die Landesregierung die von Planungen zur neuen Ultranetleitung besonders betroffenen Bürger unterstützt. Die Antwort der Landesregierung ist enttäuschend, findet der SPD-Landratskandidat und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dierk Timm:

„Die Antwort macht deutlich, dass von Seiten der Landesregierung keinerlei Einsatz zum Schutz der betroffenen Bürger erfolgt. Es festigt sich der Eindruck, dass das Projekt durchgedrückt werden soll, ohne die bestehenden Konflikte zu entschärfen. So wird der Energiewende ein Bärendienst erwiesen. Der notwendige Netzaus- und -umbau sollte so konfliktarm wie möglich erfolgen. Erdkabel und Trassenführungen mit ordentlichem Abstand zur Wohnbebauung sollte selbstverständlich sein.“

Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion in Pulheim, Frank Sommer, verweist darauf, dass überparteilich die Initiative der betroffenen Anwohner unterstützt wird, die Trasse unmittelbar von der Wohnbebauung weg, aufs offene Feld hin, zu verlegen:

„Der Konflikt wäre in Pulheim leicht zu entschärfen, deshalb setzen wir uns weiter mit voller Kraft für den Verschwenkungsvorschlag der Pulheimer Bürger gegen Ultranet ein.“

Dem pflichtet die Pulheimer Bürgermeisterkandidatin der SPD, Marion Reiter zu:

„Es ärgert mich, wie mit den nachvollziehbaren Sorgen der Bürger umgegangen wird. Gerade die nicht ausgeräumten möglichen Gesundheitsrisiken sind beunruhigend. Die Anwohner dürfen nicht zu Versuchskaninchen gemacht werden.“

Diesen Punkt greift die Gesundheitsexpertin der SPD-Kreistagsfraktion, Iris Heinisch, auf:

„Ein erhöhtes Risiko, an einem neurodegenerativen oder Krebsleiden zu erkranken muss wissenschaftlich ausgeschlossen werden. Das Drängen der Betroffenen vor Ort auf den Nachweis der gesundheitlichen Unbedenklichkeit ist nachvollziehbar. Wir werden uns im Gesundheitsausschuss des Kreises weiter für eine Expertenanhörung stark machen.“

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