Diskussion zur Krankenhausversorgung muss auch im Rhein-Erft-Kreis geführt werden

Nach der Bertelsmann-Studie, legt nun Landesgesundheitsminister Laumann eine Studie zur Krankenhausversorgung vor. Schon im letzten Gesundheuitsausschuss hatten wir gefordert, dass eine gemeinsame Position zur Krankenhausversorgung im Rhein-Erft-Kreis erarbeitet werden solle. Das hatten CDU und Grüne abgelehnt. Nun müssen sie sich der Diskussion stellen.

Letzte Woche wurde von Landesgesundheitsminister Laumann eine Studie zur zukünftigen Gestaltung der Krankenhauslandschaft in NRW vorgestellt. Kern der Studie ist es, die zukünftige Krankenhausplanung vor allem an sogenannten Qualitätskriterien auszurichten. Im Gesundheitsausschuss hatte die SPD-Kreistagsfraktion vor zwei Wochen gefordert, dass eine gemeinsame Positionierung zur Krankenhausversorgung im Rhein-Erft-Kreis erarbeitet werden solle. Dies wurde von CDU und Grünen vertagt. Dazu erklärt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dierk Timm:

„Es wäre fatal, wenn wir es zulassen, dass Kommunen und Kreis in der zu führenden Diskussion keine wichtige Rolle spielen. Vor zwei Wochen konnten sich Verwaltung und CDU und Grüne noch vor einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Frage, wie in Zukunft die Krankenhauslandschaft im Rhein-Erft-Kreis aussehen soll, drücken. Nun liegt die Laumann-Studie vor und es gibt keine Ausreden mehr. Die Studie ist umfangreich und muss sorgfältig diskutiert werden. Für uns ist klar, dass mit der sinnvollen richtigen Betonung von Qualitätskriterien nicht die Ökonomisierung der Krankenhausversorgung intensiviert werden darf. Hier geht es um Daseinsfürsorge. Wir stehen dafür, dass alle bestehenden Standorte erhalten bleiben. Was dann dort alles gemacht wird, muss aber diskutiert werden.“

Die Sprecherin der Sozialdemokraten im Gesundheitsausschuss, Fadia Faßbender, stellt klar:

„In unserem Flächenkreis geht es auch darum, die Versorgung einer älter werdenden Bevölkerung wohnortsnah zu sichern. Spezialisierung ist in vielen Bereichen richtig, aber das darf nicht dazu führen, dass etablierte und von der Bevölkerung gut angenommene Standorte diskussionslos „weggerechnet“ werden. Ich möchte beispielhaft auf die Ausführungen in der Laumann-Studie zur Geburtshilfe hinweisen. Da wird darauf gedrängt Großstationen zu etablieren. Solche Planungen müssen wir unbedingt kritisch hinterfragen. Bergheim hat aus rein finanziellen Gründen seine Geburtsstation bereits verloren.“

Abschließend erklärt die SPD-Gesundheitsexpertin Iris Heinisch, Mitglied des Fraktionsvorstands:

„Das Gesundheitssystem muss sicherlich verbessert werden, aber die Optimierung darf nicht rein betriebswirtschaftlich dargestellt werden. Gesundheitsversorgung ist mehr als ein wirtschaftliches Gut. Die Beschäftigten dort sind nicht bloß Kostenfaktoren deren Verteilung optimiert werden muss und Patienten sind mehr als Kunden des Gesundheitssystems.“

Weitere Materialien:

Das Gutachten kann (auch als Zusammenfassung) hier heruntergeladen werden: https://www.mags.nrw/krankenhausplanung

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