Jamaika-Koalition ebnet Weg für vierspurigen Ausbau der Bonnstraße bei Geyen und durch Brauweiler

Ein massiver Ausbau der Bonnstraße würde die Anwohner in Geyen und Brauweiler noch stärker belasten als aktuell schon. Gemeinsames Ziel sollte eigentlich sein eine Lösung zu finden, die die Bonnstraße spürbar entlastet. Trotzdem wurdem im Verkehrsausschuss des Kreitags nun die Weichen gestellt, um dauerhaft die Bonnstraße als Hauptverkehrsader von regionaler Bedeutung zu zementieren.

SPD kämpft weiter für Entlastung der Anwohner und ein zukunftsfestes Verkehrskonzept

In der Sitzung des Kreisverkehrsausschusses vor Karneval wurde erneut das Thema Bonnstraße bei Pulheim und Geyen als Teil der Regionaltangente besprochen. Die SPD argumentiert gemeinsam mit einer Bürgerinitiative für eine Verlegung der Streckenführung entlang der K6 und der alten K5. Dadurch würde die direkt an der Wohnbebauung vorbeiführende oder gar durch Wohnbebauung durchführende aktuelle Führung der Bonnstraße ersetzt. Leider wurde dieser Vorschlag nicht komplett untersucht. Nachdem bereits der Rat der Stadt Pulheim gegen alle Alternativüberlegungen gestimmt hatte, votierte nun auch der Kreisverkehrsausschuss mit den Stimmen der Jamaika-Mehrheit dafür, die bestehende Strecke auszubauen.

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Dierk Timm erklärt dazu:

„CDU und Grüne stimmen erneut eiskalt gegen die Belange der schon heute stark belasteten Anwohner in Geyen und Brauweiler. Mit dem Votum für einen möglichen autobahnähnlichen Ausbau der Bonnstraße wird einer zukunftsfesten Verkehrsplanung, die sich auch an den Belangen der Anwohner orientiert, eine Absage erteilt. CDU und Grüne sagen klar: Hauptsache die Autos rollen, egal wie sehr die Anwohner belastet werden.“

Die aktuellen Überlegungen halten eine zukünftige Nutzung der K6 offen, allerdings führt die Verwaltung aus, dass sich dadurch der Ausbaubedarf der Bonnstraße nicht erübrigen würde. In der nun verabschiedeten Vorlage fehlt auch die Option der Nutzung der K5 zur Verlagerung der Hauptverkehrsströme. Die Sozialdemokraten wollen es dabei nicht belassen.

„Wir sollten alles daran setzen, die bereits aktuell untragbare Situation für die betroffenen Bürger deutlich zu verbessern. Hier geht es um Weichenstellungen für die Verkehrsführung in den kommenden Jahrzehnten. Da gibt es Planungen für ein Gewerbegebiet in Pulheim und große Erweiterungen des vorhandenen Gewerbegebiets in Brauweiler, gleiches gilt für Wohnbebauung sowie einen neuen S-Bahn Haltepunkt. Unser aller Ziel sollte doch eigentlich sein, den wachsenden Verkehr von den Anwohner der Bonnstraße wegzubekommen. Deshalb werden wir beantragen, dass es dazu weitere Untersuchungen gibt.  Den autobahnähnlichen Ausbau und das Verschanzen von Geyen hinter einem Erdwall oder die Abschottung Brauweilers mit einer hohen Lärmschutzwand sollten wir alle versuchen zu vermeiden“, betont Timm.

Der als Gast an der Sitzung teilnehmende Pulheimer SPD-Ratspolitiker Walter Lugt ist ebenfalls enttäuscht:

„Über viele Monate haben wir gemeinsam mit der Bürgerinitiative eine fundierte Alternativstrecke skizziert. Unser Ziel dabei ist, die Anwohner in Brauweiler und Geyen deutlich zu entlasten und nicht noch zusätzlich zu belasten. Stattdessen soll nun eine Planung angegangen werden, die dauerhaft 28.000 Fahrzeuge pro Tag und deutlich mehr Schwerlastverkehr direkt an den Wohnzimmern der Anwohner vorbeirauschen lässt. Hier wird nicht nur der Bürgerwille, sondern auch intensives bürgerschaftliches Engagement völlig ignoriert. Wir haben die einmalige Chance, diese Pulheimer Ortsteile von Verkehr, Lärm und Emissionen durch kluge Planung dauerhaft zu entlasten – nutzen diese aber nicht.“

Anhang:

Skizze SPD-Gesamtkonzept Regionaltangente

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