Kreisausschuss: Qualitätsstandard Schulverpflegung

Sehr geehrter Herr Landrat,

die SPD-Kreistagsfraktion beantragt folgenden Beschlussvorschlag zum Tagesordnungspunkt Haushalt zur Abstimmung zu stellen.

Die Verwaltung wird beauftragt:

a) einen interfraktionellen AK zur Erarbeitung von Vorschlägen bzw. Konzepten zur gesunden Ernährung an Schulen einzurichten, bestehend aus je einem/mehreren Vertreter/n der Kreistagsfraktionen aus den jeweiligen Fachausschüssen, Vertretern der Schulen, Kreisschülervertreter, Ernährungsberaterin, Vertretern der Verwaltung.

b) einen Qualitätszirkel für Schulverpflegung einzurichten, der beauftragt wird, einen ernährungsphysiologischen Qualitätsrahmen für die Verpflegung an Schulen sowie kreisweite Schulverpflegungsleitsätze zu erarbeiten.

c) ein Konzept zur Einrichtung von kreisweiten Qualitätsstandards für die Verpflegung an Schulen (und Kitas) zu erarbeiten.

d) die Teilnahme am Ernährungsführerschein und nachhaltige an Qualitätsnormen orientierte Verpflegungsmanagements an allen Schulen im Kreis einzuführen.

e) zielorientiere Fachberatungen und Fortbildungsreihen im Bereich Kitas und Schulen zu entwickeln.

f) Die Punkte a) – e) sollen nach Möglichkeit im Rahmen einer Hochschularbeit erstellt und die dafür notwendigen finanziellen Mittel bereitgestellt werden.

Begründung:

Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst unseres Kreises, Frau Dr. von Widdern, hat bei der letzten Gesundheitskonferenz von der Bedarfsanalyse der Grundschulen 2017 und von einer Verdoppelung des Übergewichts unserer Kinder im Vergleich von 1985-1989 zu 2003-2017 berichtet. Gründe hierfür liegen in einem veränderten Essverhalten und Bewegungsmangel.

Eine 50%ige Verdopplung des Übergewichts unserer Kinder an Grundschulen innerhalb von 2003-2017, verglichen mit Zahlen aus den Jahren 1985-1989, ist alarmierend und bedeutet, dass wir als Rhein-Erft-Kreis die gesundheitsfördernden Maßnahmen im Bereich Ernährung und Bewegung ausbauen müssen.

Ziel sollte es sein, eine Präventionskette von der Kita über die Grundschulen bis zu weiterführenden Schulen auf- und auszubauen. Ein noch einzurichtender Qualitätszirkel für die Schulverpflegung im Rhein-Erft-Kreis und ein Konzept zur Einrichtung von kreisweiten Qualitätsstandards für die Verpflegung an Kitas und Schulen soll dies sicherstellen.

Das Trinkangebot am Schulvormittag ist noch nicht an allen Grundschulen umgesetzt. 26 Schulen haben ein kostenloses Obstangebot, d.h. 36% der 72 Grundschulen im Rhein-Erft-Kreis. 2/3 der Grundschulen haben gesunde Ernährung als installierte Unterrichtsangebote – 1/3 jedoch nicht. 1/4 der Grundschule macht einen Ernährungsführerschein – 3/4 der Grundschulen leider nicht. Für das Mittagessen sind die OGS zuständig, es gibt 24 verschiedene Caterer. 19 Schulen (25%) haben keine klaren Vorgaben für das Mittagessen. Nur 8 Schulen haben ein nachhaltiges Verpflegungsmanagement oder einen Qualitätszirkel (wir liegen hier unterhalb des NRW Durchschnittes). 43% der Schulleitungen und 36% der OGS-Leitungen an Grundschulen haben Interesse an Fachberatung im Bereich Gesundheit und Ernährung.

Die Grundschulen stehen noch am Anfang der Gesundheitsprävention. Eine Ertüchtigung im Bereich Ernährungs- und Bewegungsförderung ist dringend notwendig. Hierbei sollte ein partizipierender Ansatz gewählt werden.

In den Vorberatungen im Fachausschuss gab es einen Konsens, dass zu diesem Thema ein dringender Handlungsbedarf besteht. Uneinigkeit herrschte, ob diesen Problemen mit finanziellen Mitteln, beim Kreis verortet, begegnet werden kann.

Daher nimmt die SPD-Fraktion die Anregungen aus dem Ausschuss für Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz auf und regt hier die Etablierung eines Arbeitskreises und eines Qualitätszirkels für das gesamte Kreisgebiet an. So können, durch die koordinierende Tätigkeit des Kreises, über Kompetenzgrenzen hinweg Verbesserungen auf den Weg gebracht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dierk Timm, Fraktionsvorsitzender

Fadia Faßbender, Sprecherin im Ausschuss für Gesundheit

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