Umweltausschuss: Entwicklungspotential der zukünftigen Restseen nutzen

Sehr geehrter Herr Könen,

die SPD-Fraktion beantragt folgenden Beschlussvorschlag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu nehmen:

  1. Der Rhein-Erft-Kreis stößt in der Zukunftsagentur Rheinisches Revier die Entwicklung einer Konzeption über die zukünftige Nutzung der nach Auslaufen der Tagebaue entstehenden Restseen an.
  2. Diese soll den folgenden Komponenten Rechnung tragen:
    1. Entwicklung einer eigenständigen Landschaft
    2. mögliche wassersportliche Nutzung
    3. mögliche energiepolitische Nutzung angesichts der sich ändernden Energielandschaft und des massiv steigenden Bedarfes an Speichertechniken
    4. Vernetzung der Seen, eventuell durch ein Kanalsystem
    5. Erschließung und Verkehrsanbindung
    6. Zwischennutzung während der Dauer der Verfüllung
    7. Sicherstellung, dass die Seen auch bei einer möglichen Änderung der Abbaupläne (OVG Urteil, Strukturkommission) umgesetzt werden
  3. Als Beteiligungsquote des Kreises an den Planungen wird zunächst im Haushalt ein Betrag von 20.000 Euro angesetzt, wobei eine Mitfinanzierung der übrigen Gesellschafter sowie öffentliche Fördermittel erwartet werden.

Begründung:

Nach dem Auslaufen der Braunkohlentagebaue werden in Inden, Hambach und Garzweiler ausgedehnte Restseen entstehen. Über deren Nutzung gibt es in den einzelnen Teilregionen schon heute mehr oder weniger detaillierte Planungen. Die Größenordnung der Seen sowie die räumliche Nähe bieten die Chance für eine einheitliche Gesamtkonzeption, die auch mögliche Konkurrenzplanungen ausschließt.

Das ostdeutsche Braunkohlerevier in der Lausitz hat die dortigen Restseen mit erheblichem finanziellem Aufwand durch Kanäle verbunden und damit die Möglichkeit einer weiträumigen Wassersportlandschaft geschaffen. Die geographischen Voraussetzungen sind im Rheinland ungünstiger, dennoch sind technische Lösungen denkbar.

Überlegungen zur zukünftigen Nutzung der Seen sollten frühzeitig aufgenommen werden, damit diese in den Abschlussbetriebsplänen ihren Niederschlag finden. Dabei sollte die Fläche des Rheinischen Reviers als Ganzes betrachtet werden. Dafür bietet sich die ZRR als Träger an.

Die Auffüllung der Seen mit Wasser wird einige Zeit in Anspruch nehmen, in der schon Teile der zu planenden Aktivitäten möglich sind. Dies sollte in die Planungen mit einbezogen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dierk Timm, Fraktionsvorsitzender

Hans Krings, Kreistagsabgeordneter

Es ist ein Kommentar vorhanden

Machen Sie bei der Konversation mit.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.