Befürchtungen könnten sich bestätigen– Busbetriebe aus der Region werden ausgebremst?

Regionale Unternehmen erhalten wohl kaum Fahrten ab 2019?

Die Übernahme des Busverkehrs durch die REVG zum 1.1.2019 könnte wohl die lange befürchteten Auswirkungen zeigen. Die REVG wird aufgrund der europarechtlichen Vorgaben (EU-Verordnung 1370/2007) 51% der Fahrten selbst abwickeln und hat den Rest an ein Tochterunternehmen der DB Regiobus abgegeben. Diese hat ihren Anteil wiederum für Subunternehmen ausgeschrieben. Es verdichten sich nun die Anzeichen, dass den Zuschlag für einen Großteil der Fahrleistungen ein Großunternehmen aus der Eifel erhalten könnte.

Zu dieser sich möglicherweise abzeichnenden Hiobsbotschaft für die in der Region ansässigen mittelständischen Busunternehmen, die bisher als Subunternehmer zum Zuge kamen, erklärt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dierk Timm:

„Sollten sich die Gerüchte bestätigen, dass das Unternehmen Tücks einen Großteil der nicht von der REVG selbst zu erbringenden Fahrten übernimmt, wäre dies ein brutaler Schlag gegen die lokalen mittelständischen Unternehmen vor Ort. Wir haben von Anfang an befürchtet, dass lokale Arbeitsplätze und Unternehmen am Ende die Opfer des von Verwaltung und Jamaika-Koalition favorisierten Modells der Neuorganisation des Busverkehrs sein könnten. Nun fürchten wir um Arbeitsplätze und Unternehmen.
Die Politik von CDU, Grünen und FDP würde wohl den lokalen Mittelstand schädigen und die Entstehung von Großanbietern, die mit fragwürdigen Methoden den Markt unter sich aufteilen, begünstigen. Am Ende dürften hier hier nur Finanzinvestoren profitieren, Beschäftigte und lokale Wirtschaft blieben auf der Strecke. Der Kunde dürfte spätestens dann den Preis bezahlen, wenn der bisher funktionierende Markt mit vielen Anbietern zerstört wäre. Die aktuelle Entwicklung zielt meiner Meinung nach genau darauf ab.“

Ausgebootet durch die Vergabe wären etwa ein Dutzend Mittelständler aus der Region, die teilweise seit Jahrzehnten aktiv sind.

„Hier dürfte nach meinen bisherigen, vorläufigen Erkenntnissen eine funktionierende Marktstruktur systematisch zerschlagen werden. Durch das Zusammenspiel eines ehemaligen Staatsunternehmens mit Finanzinvestoren würde nachhaltig der Mittelstand in der Region zerstört werden“, erklärt Timm. Die REVG habe, auch aufgrund des bestehenden Dienstleistungsauftrages, dermaßen hohe Anforderungen an ihr Subunternehmen zur Erbringung der 49% Fahrleistungen gestellt, dass am Ende wenig überraschend nur ein Anbieter diese erfüllen konnte. Dieses Unternehmen muss aber gar nicht selber fahren, sondern bedient sich nun seinerseits womöglich nur eines großen Subunternehmens .

„Die Kreistagsmehrheit aus CDU, Grünen und FDP dürfte mit ihrer Politik aus meiner Sicht den mittelständischen Verkehrsunternehmen nahezu die Existenzgrundlage entziehen. Dies dürfte unübersehbare Folgen haben“, befürchtet Timm.

Ehemaliger Berater des Kreises profitiert von Vergabe 

Besonders brisant wäre aus Sicht der Sozialdemokraten, dass im Falle der Vergabe an die Firma Tücks genau der Berater profitieren würde, der maßgeblich mit seinem Gutachten den von Verwaltung und Jamaika-Koalition eingeschlagenen Weg bei der Neuorganisation des Busverkehrs vorgegeben hatte. Bereits im Juni 2017 hatte die SPD-Fraktion auf diese Verquickung aufmerksam gemacht und genau das Szenario beschrieben, welches  sich nun wohl abzeichnet.

„Diese Entwicklung wäre eindeutig zum Nachteil des Rhein-Erft-Kreises und seiner Bevölkerung. Wir werden sehr kritisch darauf achten, wie es um die Arbeitnehmer und die Qualität der Dienstleistungen bestellt sein wird“, betont Timm.

Besonders besorgt ist der Sozialdemokrat darüber, dass der betreffenden Firma 2017 wegen grober Qualitätsmangel der Auftrag zur Abwicklung der Schulfahrten in Bornheim entzogen worden war. Ähnliche Probleme werden auch aus dem Bergischen und dem Hunsrück berichtet. Auch, dass nur mit Hilfe der Gewerkschaft Verdi gegen große Widerstände erst 2017 ein Betriebsrat gewählt werden konnte, sei  bedenklich.

 

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