Umweltausschuss: Reduktion der Glyphosat- und Neonikotinoidnutzung im Rhein-Erft-Kreis

Sehr geehrter Herr Könen,

wir bitten Sie, den Punkt „Reduktion der Glyphosat- und Neonikotinoidnutzung im Rhein-Erft-Kreis“ auf die Tagesordnung zu setzen.

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Umwelt, Kreisentwicklung und Energie beschließt:

  1. Private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege öffentlicher Flächen erhalten, zu einem Pestizidverzicht vertraglich zu verpflichten. Bei laufenden Verträgen wird auf eine freiwillige Einigung hingewirkt.
  2. Private Firmen mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung zur pestizidfreien Bewirtschaftung aufzufordern.
  3. Beim Abschluss neuer Pachtverträge für kreiseigene landwirtschaftliche Flächen und bei der Verlängerung von Pachtverträgen wird eine Klausel eingefügt, mit der sich der Pächter zum vollständigen Verzicht auf den Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln und Neonikotinoiden auf diesen Flächen verpflichtet. Diese Vorgabe wird auch bei Verträgen umgesetzt, die eine automatische Verlängerung für den Fall vorsehen, dass keine Kündigung erfolgt.
  4. Unter Beteiligung fachbezogener Behörden wird für alle kreiseigenen Grün- und Verkehrsraumflächen ein angepasstes Planungs- und Pflegekonzept erstellt, dass eine Bewirtschaftung ohne Glyphosat und weitestgehend ohne andere Pestizide ermöglicht. Dafür soll auf die Erfahrungen anderer Kreise und Kommunen sowie sonstige Expertisen (u. a. aus Umweltverbänden) zur Umsetzung einer pestizidfreien Grünflächenpflege zurückgegriffen werden.

Begründung

Bereits 2013 hat sich der Bundesrat für ein Verbot glyphosathaltiger Herbizide für den Haus- und Kleingartenbereich ausgesprochen.

Der Rhein-Erft-Kreis sollte dieses Handeln zum Vorbild nehmen und im Interesse der Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger handeln. Auch aus ökologischen Gründen sollte dem dramatischen Rückgang der Artenvielfalt entgegengewirkt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dierk Timm, Fraktionsvorsitzender

Manfred Schellin, Kreistagsmitglied

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