Erfolgreiches Angebot für Berufseinsteiger gefährdet

Land steigt aus Finanzierung aus

SPD-Fraktion fordert Fortsetzung

Die SPD-Fraktion im Kreistag akzeptiert nicht, dass per Beschluss der CDU-geführten Landesregierung benachteiligte junge Menschen zwischen 19 und 25 Jahre künftig nicht mehr besonders bei ihrem Einstieg in den Arbeitsmarkt gefördert werden sollen. Im Rhein-Erft-Kreis stehen im derzeit durch den ASH Sprungbrett e.V. durchgeführten Angebot der Produktionsschulen 64 Plätze an drei Standorten zur Verfügung, an einem Standort existiert eine Warteliste. Der weit überwiegende Teil der Teilnehmenden kommt aus der Altersklasse 19-25 Jahren.

„Das Programm ist erfolgreich“, erklärt die Bergheimer Kreistagsabgeordnete Fadia Faßbender. „Im Durchlauf 2015/2016 konnten 30 positive Abschlüsse verzeichnet werden. 13 Teilnehmer konnten direkt in eine Ausbildung vermittelt werden, vier in Arbeit – alle 17 über 19 Jahre alt. Im Durchlauf 2016/2017 gab es 34 positive Abschlüsse. 10 Teilnehmende konnten in eine Arbeitsstelle vermittelt werden, 8 in eine Ausbildung – davon 15 über 19 Jahre alt. Andere Teilnehmende wurden in weiteren Maßnahmen weiterqualifiziert oder besuchen weiterhin eine Schule mit dem Ziel, einen weiteren Schulabschluss zu erhalten. Schon jetzt konnten auch aus diesem Durchlauf sechs Teilnehmende in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden, die man ansonsten nicht mehr erreicht hätte“, weiß die Sozialdemokratin.

„Die Landesregierung hat beschlossen, dieses Programm ab diesem Jahr durch die sogenannten Werkstattjahre zu ersetzen. Damit verbunden sind für den Rhein-Erft-Kreis und insbesondere für die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwei entscheidende Nachteile: Die Platzzahl wird insgesamt von derzeit 64 auf nur noch 12 bis 18 sinken. Und das Programm Werkstattjahr wird sich nur noch an junge Menschen richten, die nicht älter als 18 Jahre sind. Die Altersklasse bis 25 wird nicht mehr berücksichtigt. Begründet wird dies damit, dass mit zunehmendem Lebensalter die Chancen auf einen erfolgreichen Übergang abnehmen. Die Zahlen aus den ersten beiden Durchläufen im Rhein-Erft-Kreis zeigen, dass dieses Argument zumindest für unseren Kreis nicht zutrifft“, meint Guido van den Berg MdL, der sich auch mit einem Schreiben an den zuständigen Landesminister Laumann gewandt hat.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass dadurch eine Situation entsteht, in der es für junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren kein Angebot mehr gibt und das auch im Hinblick auf die Platzzahl für die Altersgruppe bis 18 Jahre nicht ausreichend sein wird. Hinzu kommt der drohende Verlust von qualifizierten Arbeitsplätzen beim Projektträger“, kommentiert der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dierk Timm.

Die Sozialdemokraten haben einen Antrag in die Gremien des Kreistags eingebracht, mit dem die Kreisverwaltung beauftragt wird, gemeinsam mit dem ASH Sprungbrett für ein angemessenes Anschlussangebot für die Altersgruppe 19-25 zu sorgen und dieses ggf. auch zu finanzieren.

 

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