Schulausschuss/Kreisausschuss: Fortführung der Arbeit der Produktionsschulen im Rhein-Erft-Kreis

Sehr geehrte Frau Tschepe,

sehr geehrter Herr Landrat,

die SPD-Fraktion beantragt, folgenden Beschlussentwurf zur Beratung und Abstimmung zu stellen:

Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit dem Jobcenter Rhein-Erft und dem ASH Sprungbrett e. V. ein an die Produktionsschule anknüpfendes Angebot zum Übergangsmanagement Schule-Beruf für Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre zu entwickeln und eine bedarfsdeckende Platzzahl sicherzustellen.

Hierzu werden im Haushaltsjahr 2018 120.000 Euro und im Haushaltsjahr 2019 240.000 Euro bereitgestellt, um den Durchlauf 2018/2019 finanzieren zu können. Die näheren Einzelheiten regelt die Verwaltung.

Begründung: Bislang gibt es mit dem im Rhein-Erft-Kreis durch den ASH Sprungbrett e.V. durchgeführten Angebot der Produktionsschulen eine Chance für Jugendliche und junge Erwachsene, an Ausbildung und Arbeit herangeführt zu werden, die ansonsten nicht mehr erreicht werden könnten. Im Rhein-Erft-Kreis stehen im derzeit dritten Durchlauf 64 Plätze an drei Standorten zur Verfügung, an einem Standort existiert eine Warteliste. Der weit überwiegende Teil der Teilnehmenden bei uns kommt aus der Altersklasse 19-25 Jahren.

 

Das Programm ist erfolgreich: Im Durchlauf 2015/2016 konnten 30 positive Abschlüsse verzeichnet werden, 28 dieser erfolgreichen Teilnehmenden waren über 19 Jahre alt. 13 Teilnehmer konnten direkt in eine Ausbildung vermittelt werden, vier in Arbeit – alle 17 über 19 Jahre alt. Im Durchlauf 2016/2017 gab es 34 positive Abschlüsse, davon 26 Teilnehmende über 19 Jahren. 10 Teilnehmende konnten in eine Arbeitsstelle vermittelt werden, 8 in eine Ausbildung – davon 15 über 19 Jahre alt. Andere Teilnehmende wurden in weiteren Maßnahmen weiterqualifiziert oder besuchen weiterhin eine Schule mit dem Ziel, einen weiteren Schulabschluss zu erhalten. Von den derzeit 62 Teilnehmenden sind 50 älter als 19 Jahre. Schon jetzt konnten auch aus diesem Durchlauf sechs Teilnehmende in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden. 

Die Landesregierung hat beschlossen, dieses Programm ab diesem Jahr durch die sogenannten Werkstattjahre zu ersetzen. Damit verbunden sind für den Rhein-Erft-Kreis und insbesondere für die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwei entscheidende Nachteile: Die Platzzahl wird insgesamt von derzeit 64 auf nur noch 12 bis 18 sinken. Und das Programm Werkstattjahr wird sich nur noch an junge Menschen richten, die nicht älter als 18 Jahre sind. Die Altersklasse bis 25 wird nicht mehr berücksichtigt. Begründet wird dies damit, dass mit zunehmendem Lebensalter die Chancen auf einen erfolgreichen Übergang abnehmen. Die Zahlen aus den ersten beiden Durchläufen im Rhein-Erft-Kreis zeigen, dass dieses Argument zumindest für unseren Kreis nicht zutrifft.  

Es ist nicht hinnehmbar, dass dadurch eine Situation entsteht, in der es für junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren kein Angebot mehr gibt und das auch im Hinblick auf die Platzzahl für die Altersgruppe bis 18 Jahre nicht ausreichend sein wird. Hinzu kommt der drohende Verlust von qualifizierten Arbeitsplätzen beim Projektträger.

Das Programm wird derzeit finanziert aus Mitteln des Landes NRW und des Jobcenters Rhein-Erft. Eine Fortsetzung des Angebots auch für junge Menschen bis 25 Jahre erscheint nur möglich, wenn der Rhein-Erft-Kreis unterstützend aktiv wird.

Mit freundlichen Grüßen

Dierk Timm, Fraktionsvorsitzender

Oliver Scheffler, Kreistagsmitglied

Fadia Faßbender, Kreistagsmitglied

Guido van den Berg MdL, Kreistagsmitglied

 

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