Medizinische Versorgung im Kreis

Wo gibt es Probleme? – Wie kann der Kreis helfen? 

SPD-Fraktion möchte mögliche Problemfelder beleuchten 

„Auch in einer Wachstumsregion wie dem Rhein-Erft-Kreis wird die medizinische Versorgung zunehmend zum Thema“, weiß der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dierk Timm. „Wir haben deshalb Anfragen in den Gesundheitsausschuss eingebracht, um mögliche Problemfelder zu identifizieren und zu überlegen, welche Handlungsoptionen es gibt.“

Die Sprecherin der SPD im Gesundheitsausschuss, Fadia Faßbender, umreißt zwei Themenkomplexe: „Wir möchten wissen, wie es um die Versorgung mit niedergelassenen Allgemeinmedizinern steht, wo es bereits jetzt hakt und wo es in absehbarer Zeit eng werden könnte. Die wohnortnahe Versorgung ist ganz wichtig, da kranke Menschen häufig in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und ihnen auch keine längeren Anfahrzeiten zugemutet werden können, gerade wenn die Anbindung an den ÖPNV nicht optimal ist“, meint Faßbender, die zudem auf ein aktuelles Positionspapier des Deutschen Landkreistags verweist. Die darin enthaltenen Thesen möchte die SPD prüfen und möglichst auch umsetzen lassen. „Immer häufiger liest man, dass die Notfallambulanzen der Krankenhäuser auch von Patienten aufgesucht werden, die eigentlich auch die regulären Sprechstunden in einer Arztpraxis oder den ärztlichen Notdienst aufsuchen könnten. Das führt zu einer Überlastung der Ambulanzen, zu langen Wartezeiten und schlimmstenfalls zu Aggression. Auch hier interessiert uns, wie sich die Situation im Kreis darstellt und was unternommen werden kann, um die Patienten dorthin umzuleiten, wo sie besser aufgehoben sind“, so Faßbender. „Vielleicht kann ja hier schon durch verstärkte Aufklärung Abhilfe geschaffen werden.“

Unterstützung für werdende Eltern

Einen weiteren Themenbereich spricht Ausschussmitglied Iris Heinisch an. „Junge Menschen, die davor stehen, Eltern zu werden, müssen immer mehr Zeit in die Suche nach einer Begleitung durch eine Hebamme vor, während und nach der Geburt investieren. Durch die missliche Haftpflichtproblematik haben sich viele selbstständige Hebammen vom Markt zurückgezogen. Die durch sie geleisteten Beratungs- und Betreuungsleistungen können Kinderärzte und Gynäkologen nicht auffangen. Besonders Schwangere in schwierigen Lebenslagen drohen darunter zu leiden.“ Heinisch möchte wissen, wie sich die Situation im Kreis darstellt und was unternommen werden kann, um werdende Eltern besser zu unterstützen.

„Das Themenfeld der medizinischen Versorgung ist vielfältig und darf nicht nur dem freien Markt überlassen werden“, mahnt Timm abschließend. „Das Kreisgesundheitsamt ist auf vielfältige Art und Weise tätig, was uns durch die Berichterstattung in der Gesundheitskonferenz und im Ausschuss immer wieder vor Augen geführt wird. Wir sind gespannt auf die Schilderungen und Ansätze zu den von uns nun aufgeworfenen Fragestellungen.“

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