Wie geht es weiter mit der Integration im Rhein-Erft-Kreis?

„Zwei Jahre nach dem Beginn der großen Flüchtlingswelle nach Deutschland bleibt die Frage, wie die Integration der Menschen, die dauerhaft bei uns bleiben, gelingen kann, ganz zentral“, so Dierk Timm, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. „Ohne das großartige Engagement vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer wären diese beiden letzten Jahre nicht zu stemmen gewesen. Ohne sie ist auch der weitere Weg nicht denkbar.“ Timm und Fadia Faßbender, Sprecherin der SPD-Fraktion im Integrationsausschuss, hören deshalb genau hin, wenn Flüchtlingshelfer berichten, wo es im Rhein-Erft-Kreis hakt.

„Wir haben deshalb eine Reihe von Anträgen gestellt, mit denen wir die Stichworte und Themen aufgreifen, die uns häufig im Gespräch begegnen“, so Faßbender. Die Sozialdemokraten haben beispielsweise gefordert, Sprechstunden des Kreis-Ausländeramts in allen Städten anzubieten. „Das spart unnötige Fahrwege“, erklärt Faßbender. In vielen Kreisen unterstützen Regionale Bildungsbüros erfolgreich die Integrationsarbeit – der Rhein-Erft-Kreis hat als einer von ganz wenigen Kreisen keines. Dies und die Frage, wie es eigentlich in den Internationalen Förderklassen an den Berufskollegs läuft und welche Bedarfe es dort noch gibt thematisieren die Sozialdemokraten im nächsten Schulausschuss.

„Ganz wichtig ist auch das Thema bezahlbarer und angemessener Wohnraum – nicht nur für Flüchtlinge. Wir wollen, dass der Kreis dort endlich aktiv wird“, fordert Timm und verweist auf eine Anfrage im Kreisentwicklungsausschuss. Vermittlungsprogramme für Wohnraum an Flüchtlinge wird es im Kreis wohl nicht geben. Das hat die Kreistagsmehrheit bereits abgelehnt. „Flüchtlinge haben es auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer. Sie wohnen oft in beengten Unterkünften, teilweise in Containern, und abseits der übrigen Bevölkerung. Da sind Spannungen vorprogrammiert. Wenn Integration gelingen soll, müssen wir sie dort herausholen“, so Faßbender, die bedauert, dass CDU, Grüne und FDP das offenbar anders sehen.

Vier Jahre nach der Gründung möchte die SPD-Fraktion auch die Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums evaluiert wissen und dabei alle in der Flüchtlingsarbeit aktiven Stellen einbeziehen. „Wir möchten wissen, wie die Städte, die Flüchtlingshelfer, Schulen und Integrationsräte die Arbeit des Integrationszentrums beurteilen und welche Unterstützung von dort sie sich für die Zukunft erhoffen“, erklärt Timm. „Wir glauben, dass es noch Optimierungspotential gibt.“

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