Künftige Organisation des Busverkehrs im Kreis – Heiße Luft von Jamaika verpestet das Klima

Die Jamaika-Koalition im Kreistag plant, ab 2019 den größten Teil des Busverkehrs im Rhein-Erft-Kreis selbst zu organisieren. „Obwohl noch völlig offen ist, wie das alles unter diesem massiven Zeitdruck organisiert werden soll, verbreiten die Koalitionäre schon viel heiße Luft darüber, wie toll in Zukunft alles sei. Schaut man auf die Details, erkennt man sehr schnell die Lücken“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dierk Timm.

Aus Sicht der Sozialdemokraten ist völlig offen, woher das benötigte ausreichend qualifizierte Personal kommen soll. Unklar sind auch Themen wie Busbeschaffung und Betriebshof. „Wir bezweifeln die im Aufsichtsrat vorgelegten Kalkulationen im Grundsatz“, so Timm. Klar ist nur: Der Kreis zahlt nun für eine gut dotierte Stelle mehr, da der Kölner CDU-Funktionär Walter Reinartz eingekauft wurde, um die Neuaufstellung der REVG zu organisieren.

Timm macht an einem Beispiel deutlich, welche konkreten Folgen das Vorgehen von Jamaika für den Kreis hat. „Land auf, Land ab spricht man vom kommenden Ende des klassischen Verbrennungsmotors. Die RVK, die bislang im Rhein-Erft-Kreis gefahren ist, hat das schon vor geraumer Zeit erkannt und begonnen, die Flotte auf alternative Antriebstechniken umzustellen“, erläutert er. Erst kürzlich hat die RVK einen Bewilligungsbescheid für die Förderung von 30 weiteren Wasserstoffbussen erhalten.
„Der Kreis Euskirchen und die RVK planen zudem, dort innerhalb weniger Jahre komplett auf alternative Techniken umzusteigen. Der Rhein-Erft-Kreis dagegen bleibt im Diesel-Zeitalter kleben.“ Timm verweist auf die Ergebnisse einer Anfrage der SPD-Fraktion im Kreistag. Demnach sollen ab 2019 bei der REVG ausschließlich Busse mit Dieselantrieb eingesetzt werden. Ein Umstieg wäre dann irgendwann in der Zukunft denkbar. „Wie, wann – alles komplett offen. Im Rhein-Erft-Kreis vertagen CDU, FDP und Grüne dieses Thema auf den St. Nimmerleins-Tag“, so Timm.

Das ist eine erste greifbare Folge des Jamaika-Abenteuers: Während in Köln und den umliegenden Kreisen bald schadstoffarme bis schadstofffreie Busse fahren, verpesten bei uns die alten Diesel-Antriebe weiter die Luft.

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