Pendler hoffen auf vier Spuren

Landstraße 150
Die Kerkrader Straße (Landstraße 150), die die Autobahnen 553 (Brühl) und 555 (Wesseling) verbindet, soll für 7,9 Millionen Euro auf vier Spuren ausgebaut werden.

Die vom Stau geplagten Nutzer der Kerkrader Straße können wieder hoffen. Der vierspurige Ausbau zwischen den Autobahnen Köln-Bonn (555) bei Godorf und Brühl (553) ist ohnehin seit mehr als zwei Jahren fertig geplant.

Die Kerkrader Straße (Landstraße 150), die die Autobahnen 553 (Brühl) und 555 (Wesseling) verbindet, soll für 7,9 Millionen Euro auf vier Spuren ausgebaut werden. (Bild: Beissel)Rhein-Erft – Es herrscht Baurecht, wie die Fachleute sagen. Doch bisher hat sich dort keine Hand geregt, geschweige denn ist ein Bagger oder sonstiges Gerät gesichtet worden. Grund: die Finanzen. Die Straße, zwischen Brühl und Wesseling / Godorf gelegen, hat zwar einen festen Platz im Straßenausbauplan des Landes. Für Arbeiten aber wurden bislang nur 12 000 Euro im Haushalt bereitgestellt. „Damit kann man keine großen Sprünge machen“, so ein Ingenieur des Landesbetriebs Straßenbau.

Doch im Zuge der aktuellen Haushaltsplanungen in Düsseldorf rückt die Straße wieder ins Blickfeld. Verkehrsminister Harry Kurt Voigtsberger (SPD) will den Ansatz für das laufende Jahr auf 500 000 Euro erhöhen. Dafür hatten sich vor allem der Kölner SPD-Landtagsabgeordnete Jochen Ott, Rhein-Erft-Parteichef Guido van den Berg und sein Pendant aus dem Rhein-Sieg-Kreis, Sebastian Hartmann, eingesetzt. Angesichts der Gesamtkosten von 7,9 Millionen Euro sind eine halbe Million Euro zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber man könne damit schon mal anfangen, hieß es beim Landesbetrieb Straßenbau. Ott und van den Berg betonen in diesem Zusammenhang die überregional herausragende Bedeutung der Verbindung. „Es ist eine wichtige Verbindung von und nach Köln, nach Bonn, in den Rhein-Erft- sowie in den Rhein-Sieg-Kreis“, sagt Ott.

Rechtlich steht dem Ausbau nichts im Wege. Aber der Auftrag für den 3,5 Kilometer langen Abschnitt muss zuerst noch vergeben werden. Und dafür müssen die Fachleute ein Leistungsverzeichnis erstellen, in dem der Ausbau genau beschrieben ist, „angefangen von der Zahl der Kanaldeckel bis zu notwendigen Erweiterungen von Brückenbauwerken“, so ein Sprecher des Landesbetrieb Straßenbau. „Wenn man dafür schon mal Geld hat, dann ist das ein Anfang.“

Im nächsten Jahr könnte der Auftrag dann vergeben und der Ausbau begonnen werden. Die Straßenbauer hoffen jetzt nicht nur, dass der Haushaltsansatz auch tatsächlich zustande kommt, sondern auch, dass in den folgenden Jahren weiterhin Geld für den Ausbau bereitgestellt wird. Denn die die Straße ist bei den Planern schon jetzt eine Besonderheit: „Normalerweise wird gebaut, wenn die Planfeststellung abgeschlossen ist“, heißt es. Denn einmal geschaffenes Baurecht gilt nicht ewig, sondern ist befristet.

Und wenn es verfalle, dann müsse der gesamte Planungsprozess noch einmal vollzogen werden.