Zwangsinserate für Sozialverbände?

„Die Sozialverbände im Rhein-Erft-Kreis werden in Zeiten leerer Kassen mit mehr oder weniger sanftem Druck sowohl seitens des Verlages als auch der Kreisverwaltung dahin geführt, im neuen Bildband des Rhein-Erft-Kreises zu inserieren, obwohl sie das vielleicht gar nicht wirklich wollen,“ ärgert sich der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Hardy Fuß MdL.

In einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände sei den Verbänden eine Beteiligung mit einer Doppelseite an dem Bildband „nahegelegt“ worden, so Fuß. „Natürlich sind damit erhebliche Kosten für die Sozialorganisationen verbunden,“ erläutert der Sozialdemokrat.

Landrat Stump habe daraufhin auf Nachfrage den Wohlfahrtsverbänden mitteilen lassen, dass er den geplanten Bildband „Rhein-Erft-Kreis“ ausdrücklich unterstütze. „Was bleibt den Verbänden unter dem Druck der laufenden Haushaltsberatungen denn anderes übrig, als mit knirschenden Zähnen zu inserieren?“ fragt Fuß.

Die Verweigerung eines Inserates könne angesichts der finanziellen Abhängigkeit der Verbände vom Rhein-Erft-Kreis als persönlicher Affront gegen den Landrat betrachtet werden. Die Vertreter der Wohlfahrtsverbände wollten vor diesem Hintergrund trotz finanzieller Not Landrat Stump nicht verärgern, um nicht mit eventuellen Nachteilen rechnen zu müssen, vermutet Fuß.
„Unter diesem Druck verbrauchen die Verbände damit letztendlich Steuergelder, die sie vom Kreis erhalten, für einen schönen neuen Bildband, in dem sich der Landrat wieder einmal feiern lässt,“ sagt Fuß.