IdeenTreff des SPD-Kreisverbandes Rhein-Erft zum Thema Bekämpfung der Jugenkriminalität

"Junge Straftäter sollen die Kurve kriegen"

Logo des NRW-Projekts "Kurve kriegen"

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Hans Krings, Ralf Jäger und Michael Mertens

SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Hans Krings, NRW-Innenminister Ralf Jäger und der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Michael Mertens
Marlies Sieburg und Ralf Jäger

Bürgermeister Marlies Sieburg nutze die Gelegenheit, dass Innenminster Ralf Jäger sich ins Goldene Buch der Stadt einträgt
Am 30.08.2011 hatte der SPD-Kreisverband zu einem IdeenTreff ins Sozikulturelle Zentrum in Kerpen-Horrem geladen. Thema war ein neuer Ansatz zur Bekämpfung von Jugendkriminalität. Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen Ralf Jäger stellte hierzu das Projekt "Kurve kriegen" vor.

Das Programm "Kurve kriegen" der NRW-Polizei ist bundesweit einmalig. Mit konkreter Arbeit gegen Jugendkriminalität werden jeweils pädagogische Fachkräfte beauftragt. "Mit dem Programm wollen wir verhindern, dass gefährdete Kinder und Jugendliche zu Intensivstraftätern werden. Sie sollen möglichst früh Hilfe und Unterstützung bekommen", erklärte Innenminister Ralf Jäger. Polizei und Kommune arbeiten in diesem Projekt eng zusammen. Die NRW-Initiative wird in Aachen, Bielefeld, Dortmund, Hagen, Duisburg, Köln sowie im Rhein-Erft-Kreis und dem Kreis Wesel umgesetzt.

Die Polizei erfährt als erstes davon, wenn Kinder Straftaten begehen. Deshalb soll den Modellbehörden ermöglicht werden, gezielt und umsichtig zu helfen, damit Kinder und Jugendliche noch die "Kurve kriegen". Die Teams aus Polizei und pädagogischen Fachkräften kümmern sich um strafunmündige Kinder, die zum Beispiel innerhalb der letzten zwölf Monate durch eine Gewalttat oder drei schwere Eigentumsdelikte aufgefallen sind. Auf jede Straftat soll unverzüglich eine pädagogische Maßnahme folgen. Dafür gibt es in Absprache mit den Jugendämtern maßgeschneiderte Angebote - vom sozialen Training bis hin zur intensiv pädagogischen Betreuung in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. "Die Teams beziehen die Eltern der betroffenen Kinder und Jugendlichen mit ein. Sie spielen eine entscheidende Rolle", erläuterte Jäger. Die intensive Betreuung soll mindestens zwei Jahre dauern. Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe sowie therapeutische Hilfen erfolgen wie bisher über das zuständige Jugendamt.

Erfahrungen zeigen, dass Intensivtäter häufig im Kindesalter Straftaten begehen. "Hier müssen wir frühzeitig mit individuellen Programmen ansetzen. In jungen Jahren können Entwicklungen mit guter Aussicht auf Erfolg beeinflusst werden", erläuterte Jäger. Das Konzept basiert auf den Erkenntnissen der Enquetekommission "Prävention", die im vergangenen Jahr dem Landtag NRW ihren Abschlussbericht vorgelegt hat. Sind die Lebensumstände eines Kindes von Gewalt geprägt, spiegelt sich dies in seinem Verhalten. Schlägt es beim kleinsten Anlass zu, kann es beispielsweise durch ein Coolness-Training lernen, sich nicht provozieren zu lassen, sondern mit Konflikten besser umzugehen. Ohne Unterstützung läuft für viele dieser Kinder die Spirale immer weiter nach unten. Aus diesem Grund sind auch präventive Maßnahmen wie beispielsweise Lernhilfen, Sprach- oder Sportkurse vorgesehen, die zu einer dauerhaften Eingliederung in die Gesellschaft führen.

Im vergangenen Jahr gab es in NRW 3.969 mehrfachtatverdächtige Kinder und Jugendliche, die rund 30.000 Straftaten begangen haben. Damit verübten sechs Prozent der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen fast ein Drittel aller Straftaten ihrer Altersgruppe. "Diese Zahlen belegen: Es ist fünf vor zwölf. Wir setzen mit unserer NRW-Initiative den Hebel früher und damit effektiver an. Nachhaltig und dauerhaft, " erklärte Jäger. "Jedes Kind, das mit unserer Hilfe die Kurve kriegt, ist ein Gewinn. Ein Gewinn für den persönlichen Lebensweg und ein Gewinn für unsere Gesellschaft."

http://www.kurvekriegen.nrw.de.
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